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Geldanlage im Mittelalter

Wer heute eine Möglichkeit sucht, um Geld anzulegen, der hat eine Vielzahl von Optionen. Das Schwerste daran ist folglich die, den individuellen Ansprüchen entsprechend, passende ausfindig zu machen. Um dabei eine Anlageform zu finden, die wenig Risiko und gute Zinsen bringt, braucht es nicht selten das Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Doch wie entstand das Geld und seit wann gibt es Banken? Die Spur führt ins Mittelalter.

Die mittlere Epoche der Geschichte prägt nicht nur viele historische Bauten, die sich immer noch in Deutschland finden. Viel mehr ist sie der Ausgangspunkt einer Vielzahl von Geschichten und Fantasien. Kein Wunder also, dass es viele Menschen gibt, die sich gerade auf den Mittelaltermärkten einer historischen Zeitreise hingeben. Dabei erwartet sie Tanz, Musik, Handwerk, Gaukelei sowie allerlei Marktstände. Heute wird das selbstverständlich alles mit Euro oder gar via Kreditkarte bezahlt.

Doch schon damals gab es das liebe Geld, mit dem Waren und Dienstleistungen bezahlt wurden. Die erste Form des Geldes waren unförmige Klumpen, die mal mehr, mal weniger an Münzen erinnerten. Bereits im 7. Jahrhundert vor Christus wurden diese als Zahlungsmittel genutzt. Vorher wurden Lebensmittel, Schmuck, Nutztiere oder Kleidungsstücke für den Tausch verwendet. Als das erste „Geld“ hingegen zählt in Fachkreisen das Muschelgeld. Dieses bestand aus Gehäusen der Kaurischnecke und wurde in Teilen Asiens, Indiens sowie Afrikas verwendet. Erstmalig wurde es etwa 2000 vor Christus verwendet. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurde es anschließend eingesetzt.

Gerade in Zeiten, in denen Menschen ganz einfach
Ethereum kaufen können, klingt das sonderbar. Kryptowährungen sind dabei vielen ebenfalls so fremd, wie das Muschel- beziehungsweise Molluskengeld, wie es Fachleute auch nennen. Im Gegensatz zu den Kaurischnecken, kann beim richtigen Ethereum Kurs einfach investiert werden. Dennoch funktionierte das mit den Schneckenhäusern lange Zeit überraschend gut. Richtige Banken, die mit dem Geld selbst Geschäft machen, gibt es erst seit dem 13. Jahrhundert. Sie gehen zurück auf die Dynastie der Familie Medici. Diese lebte in der italienischen Hafenstadt Venedig, das damals das Tor zwischen Europa und dem Nahen Osten war. Entsprechend viele unterschiedliche Währungen kamen über den Handel die Stadt. So war es nicht verwunderlich, dass die unterschiedlichen Münzen in die Landeswährung getauscht werden musste.

Allerdings geschah dies nicht Münzen gegen Münzen. Viel mehr wurden Münzen gegen einen Tauschbrief oder Tauschbrief gegen Tauschbrief gewechselt. Die Summe, auf die man sich beim Tausch geeinigt hatte, wurde in dem Brief notiert. Damit konnte der Händler dann bei den Verkäufern vor Ort einkaufen. Dieses Papier konnte anschließend gegen Bargeld gewechselt werden. Etwa zur gleichen Zeit
entwickelten sich Pfandleiher. Diese kamen zu dieser Zeit überwiegend aus der Lombardei. Die Lombarden haben, ebenso wie die Geldwechsler, ihre Arbeit selbstverständlich nicht umsonst getan. Für ihre Dienste nahmen sie kleinere Beträge, die anteilig der Gesamtsumme waren. Daher kommen im Übrigen die Begriffe Dispo, Konto oder Giro.

Die ersten Zinsen und Geldanlagen sind streng genommen also mit den Pfandleihern entstanden. Denn diese ließen sich dafür entlohnen, dass sie Kapital verliehen. Diejenigen, die hierfür Geld bereitstellten, bekamen für diese „Geldanlage“ ebenfalls einen Anteil. Nicht wenige allerdings sehen in den Zinsen seit jeher das eigentliche Problem. Bereits Aristoteles sagte schon: „Diese Art des Gelderwerbs ist am meisten gegen die Natur“

 

 

 


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