Die Fälscher mit dem Federkiel

Systematisch und professionell gefälscht

Wie bereits im Mittelalter massiver Geschichts- und Rechtsbetrug praktiziert wurde.

 

In Zeiten des Krieges wird die Wahrheit schnell manipuliert, aber auch im Frieden wurde fleißig gefälscht. Die Realität in der Stauferzeit wurde systematisch und professionell gefälscht und zurechtgebogen.

 

Der Benediktinermönch Odalrich war ein sehr gerissener Mann, er leitete im 13. Jahrhundert die Bibliothek des Klosters Reichenau. Er fügte von Meisterhand gefälschte Urkunden ein. Sein leider nicht bekannter Lehrer, ein begnadeter und notorischer Fälscher, formte aus ihm einen Betrüger mit Federkiel und Tintenfass. Der Schüler machte seine Sache so hervorragend, das eine Urkunde entstand die dem Kloster den Zugriff auf den Königshof sicherte. Kein geringerer als Karl der der Große soll den Mönchen die Besitzung geschenkt haben. Studiert man die Urkunde etwas genauer, tauchen doch einige Schönheitsfehler auf. Das Pergament stammt aus karolingischer Zeit, doch den ursprünglichen Text hat Odalrich fein säuberlich von der Tierhaut abgekratzt und durch einen neuen ersetzt. Das klobige Siegel haben nicht Karls Beamte aufgesetzt, sondern Jahrzehnte später die seines Enkels Ludwig des Deutschen. Die Konturen wurden so geschickt durchgerieben das es jahrhundertelang als Hoheitszeichen Karls durchging.

 

Während der Stauferzeit wurde nach Strich und Faden manipuliert

Die Fälscherwerkstätten fanden sich unter honorigen Dächern in Klöstern, Stiften und Bischofssitzen. Das liegt daran das hauptsächlich Mönche lesen und Schreiben konnten. Die Motive waren beileibe nicht immer kriminell. Oft wurden verloren gegangene Texte und Bilder nachempfunden, aber eben mit entscheidenden Veränderungen. Die eigenmächtigen Ergänzungen dienten meisten dazu Herrschaftsansprüche zu sichern oder zu erhalten.

 

Auch weltliche Herrscher versuchten mit Hilfe frisierter Schriftstücke Vorteile zu erlangen und trotzen manchmal frech der Natur. Um einen Streit mit dem Marktgrafen von Baden zu entscheiden, ließ Graf Otto von Eberstein die verloren gegangene Gründungsurkunde des Klosters Herrenalp neu fertigen. Darin behauptet der erlauchte Herr die Gründungsgeistlichen noch gekannt zu haben. Er machte sich dabei über hundert Jahre alt, wobei er nur 80 wurde.

 

Hier wird ganz klar wie vorsichtig, man mit Bildern und Dokumenten umgehen muss, die meistens einer eindeutigen aber auch kriminologischen Untersuchung nicht standhalten. Erst nachdem immer mehr Menschen schreiben und lesen konnten, lies die Fälschungstätigkeit langsam nach.

 

Maximilian Huttenloher

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