Entwicklung der Feuerwaffen Teil II.

Das Schwarzpulver

Wer immer das Pulver erfunden hat, stand unmittelbar vor einer noch größeren Entdeckung, mittels der Schubkraft des Pulvers Geschosse aus einem Rohr zu verschießen, dies war ihm aber leider nicht beschieden.

 

Nach dem ersten Pulverrezept von Bacon vergingen noch einmal sechzig Jahre, bis das erste Donnerrohr auftauchte! Damit kommen wir zur zweiten Frage? Wer hat das Pulvergeschütz erfunden. Wir wollen uns nicht bei Legenden aufhalten. Mit Sicherheit war es nicht ein Mann Namens Bertold Schwarz oder Bertoldus Niger auch wenn es im Breisgau ein Denkmal von im gibt. Er ist eine reine legendäre Gestalt. Der Hinweis in einer Genter Chronik das in Deutschland ab 1313 Pulvergeschütze verwendet worden seien, ist ein späterer Einschub eine reine Fälschung. Ein angeblich in Gent befindliches Dokument, nach dem 1314 »bussen met kruyt« nach England geliefert worden, existiert überhaupt nicht. (Als Bussen bezeichnete man damals einen Art Flammenwerfer.)

 

Später entstand daraus in Deutschland der Name Büchsen. Das erste Bild eines Pulvergeschützes erscheint 1326 in einer englisch verfassten Handschrift und eine schriftliche Beschreibung eines Pulvergeschützes in einem Erlass des Rates von Florenz. Das Schreiben des Rates hielt man früher für eine Fälschung, dessen Echtheit ist inzwischen gesichert. Die kolorierte englische Zeichnung ist in Walter de Milemetes De Notabilitatibus, Sapientis et Prutentia Regum enthalten.

 

Das Geschütz hat die Form einer dickbäuchigen enghalsigen Vase das auf einem Holzgestell ruht, ein Mann in Rüstung hält an das rotkolorierte Zündloch einen Gluthaken und der Kugelpfeil ist gerade im Begriff das Rohr zu verlassen. Die Echtheit diese Bildes darf mit Recht angezweifelt werden. Wahrscheinlich wurde es später in die Handschrift eingefügt. Dafür sprechen die Tatsachen:

  • Das Geschütz hat ein Zündloch das erst 1375 aufkam.
  • Um 1326 waren Gluthaken nicht üblich.
  • Zu dieser Zeit war es unmöglich so ein geformtes Geschützrohr zu gießen.

Hier ist wieder zu sehen dass, mit Abbildungen jeglicher Art sehr vorsichtig zu verfahren ist!

 

Das Florentiner Dokument in dem erstmals Geschütze erwähnt wurden, ist eine Anweisung an den Gonfaliere und den Zwölferrat, metallene Kanonen mit eisernen Kugeln anfertigen zulassen.

Damit kommen wir zu den letzten Fragen? Wann und wo wurden Pulvergeschütze zum ersten mal eingesetzt. Früher glaubte man dass, dies bei der Schlacht von Metz gegen den böhmischen König geschah.

 

Doch Partington hat nachgewiesen das dieser Bericht eine Fälschung war. Wir können nicht mit Bestimmtheit sagen wo das erste Geschütz Ritter und Soldaten in Angst und Schrecken versetzte. Vielleicht war es 1331 in Cividale, wo angeblich mit Hilfe von Vasi und Sclopi ein Angriff abgeschlagen wurde. Dann aber werden von Jahr zu Jahr mehr Aktivitäten mit Geschützen und Handrohren gemeldet. 1333 finden sich in englischen Preislisten Bestandteile für die Zubereitung von Pulver.

 

In der französischen Nationalbibliothek befindet sich eine Quittung für einen pot-de-fer und 48 Kugelpfeile aus dem Jahre 1338. 1339 besaß das Londoner Rathaus 6 Broncekanonen, Pulver und Bleikugeln.

 

Im gleichen Jahr verteidigte sich Chambrai mit 10 Geschützen gegen die Engländer unter Eduard III.

Das Gedicht »Brus« des Erzdiakons Barbour hat zur Vermutung Anlass gegeben, die Engländer hätten im Krieg gegen Schottland 1327 bei Berwick »crakys of war« eingesetzt. Die Nachforschungen führender Historiker konnten dieses aber nicht bestätigen.

 

Der französische Geschichtsschreiber Froissart berichtet, die Franzosen hätten 1340 bei der Ortschaft Quesnoi mit »mit canons et bombardes« Bündelpfeile auf die Engländer abgeschossen, die Bombarden »jetoient de grands carreaux« hätten so einen infernalischen Lärm gemacht, das den Franzosen die Pferde der berittenen Truppen durchgegangen sind.

 

Der Chronist Froissart kannte diese Geschichte vom Hörensagen, er war damals gerade 3 Jahre alt. Ribalden waren eine Weiterentwicklung der alten Streitkarren, anstelle von Piken und Armbrüsten waren kleine Büchsen sogenannte Faustrohre getreten, die Ribalden war meist mit 4-6 Rohren bestückt. 1345 ließ Eduard III. 300 Ribalden anfertigen. Ein Jahr später setzte er mit einer riesigen Armee nach Frankreich über um bei Crecy die erste große Schlacht zu schlagen die im hundertjährigen Krieg stattgefunden hat. Ferner wissen wir durch ein Dokument vom 10. Mai 1346 das der König vor der Schlacht 912 engl. Pfund Salpeter und 848 Pfund Schwefel nach Frankreich bringen lies. So dürfte mit Sicherheit angenommen werden dass, bei der Schlacht von Crecy Pulvergeschütze zum Einsatz kamen.

 

Damals wurden die Komponenten für Schwarzpulver, Salpeter, Schwefel und Holzkohle noch getrennt transportiert und erst vor Gebrauch zusammen gemischt. Der Transport von fertigen Mischungen war nicht möglich da sich die Bestandteile durch Ihre unterschiedlichen Dichte wieder entmischten. Die erzeugte dann nur sogenannte schlappe Schüsse. Die untrennbare Verbindung der Bestandteile durch Weingeist war damals noch nicht bekannt. Die Mischarbeiten waren durch die puderartigen Substanzen sehr explosiv und durften nur von den sogenannten Feuerwerkern ausgeführt werden. Im nächsten Bericht beschäftigen wir uns mit der Entwicklung von Faustrohren, Geschütztechnik, und der ominösen Tannenbergbüchse.

 

Maximilian Huttenloher

 

 

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